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Der Nachwuchs steht an: So bereite ich meinen Hund auf mein Baby vor

Die ultimative Liste von DO’s und DON’T’s, für ein gesundes & glückliches Miteinander

Google doch spaßeshalber einmal „So bereiten Sie Ihren Hund auf ein Baby vor“ und du bekommst unendlich viele Resultate.

Nun, da ich die Schwangerschaftsmomente einer meiner besten Freundinnen miterleben durfte, kann ich euch dazu vieles schreiben… 

Es ist ganz normal, daß dich plötzlich nichts anderes mehr erfüllt, als dich auf die bevorstehenden Veränderungen vorzubereiten.

Das Problem, das mir bei den meisten dieser sogenannten ‚Guides‘ von ‚Baby-Mutter-Hund’ – Seiten ist,  daß sie sich alle auf das neugeborene Baby konzentrieren und den Hund – gefühlt – wie ein momentan lästiges Möbelstück oder Anhängsel behandeln.

Es sind sooo viele unsinnige Tipps im Umlauf, die bis dahin gehen, dem Hund beizubringen, dass keine Aufmerksamkeit so normal ist wie unregelmässige Mahlzeiten.

Nun, das wird bei uns nicht passieren. Für meine Freundin ist der Hund – genau – wie für mich auch – ein wichtiger und integraler Bestandteil der Familie – genauso geschätzt und geliebt wie jedes andere Familienmitglied auch. Daher stammt unser Leitfaden nicht nur aus monatelanger Forschung und Sachverständigenprüfung, sondern aus unserem Sinn und Gespür für Hunde und defitinitv aus unserem Herzen.

Hier unsere TOP-Tipps für alle werdenden Mütter, die sich eine glückliche Familie wünschen…

1. Den Tagesablauf langsam anpassen

Das Wichtigste, das du tun kannst, damit dein Hund auch nach der Geburt deines Babys glücklich, gesund und entspannt ist: Ein täglicher Spaziergang.

Du kannst deinem Hund jedes Leckerli, Spielzeug oder das schönste Halsband auf der Erde kaufen, aber ohne die tägliche Möglichkeit, seine Energie auszuleben und nach draußen zu gehen, werden selbst die besten Hunde irgendwann deprimiert und  unausgelastet sein, was nicht selten auch darin enden kann, dass sie etwas anknabbern oder gar zerstören.

Während du dich dann später um dein Baby kümmern und auch noch mit deinem Hund spazieren solltest, kommt für viele die Frage auf: Wie soll das gehen? Es scheint eine fast unmögliche Mission zu sein, die jedoch mit etwas Planung ganz leicht umgesetzt werden kann. 

Ich empfehle dir, so vorzugehen:

Beginne die Zeiten für euere Spaziergänge und Ausflüge zu variieren. Auf diese Weise wird dein Hund nicht zu einer bestimmten Tageszeit erwarten, daß es jetzt los geht. Wenn du die halbe Nacht mit deinem Baby wach gewesen bist, ist dein Wuff, der dich morgens um 6Uhr liebevoll und ready, den Tag zu erobern, anblickt, nicht ganz das, was einen durchatmen lässt. Also ist es morgens das beste, wenn dein Partner die erste Gassi-Runde übernimmt, während du nachher die Freiheit hast zu gehen, wenn es in deinen Ablauf mit dem Baby passt. 

Wenn das soweit entspannt in euren Tagesablauf integriert ist, kommt der nächste Step.

Beginne nun auch zu variieren, wer Spaziergänge und Ausflüge mit deinem Fellnäschen unternimmt. Dein Hund muss lernen, sich genauso wohl zu fühlen, wenn er plötzlich einmal von Freunden oder anderen Familienmitgliedern zum Gassigehen mitgenommen wird. Ich würde es auf 2-3 verschiedene Personen beschränken, um den Hund nicht zu verwirren. Wichtig bei diesen Gassi-Ausflügen ist, dass der Hund im Mittelpunkt steht und nicht, zB. die Person die ganze Zeit neben dem Spaziergang her am Handy beschäftigt ist. So schaffst du dir Freiraum für später, du könntest ihn eventuell brauchen.

Wenn du vielleicht erst umgezogen bist und noch kein entsprechendes Umfeld aufbauen konntest, so würde ich mit dem Gedanken spielen, meinen Hund in einer HUTA (Hundetagesstätte) anzumelden oder einen Dogwalker auszuprobieren.

Es ist auch wichtig für dich zu wissen, dass dein Hund gut versorgt ist und die Zeit außerhalb seines Zuhauses genieß. Das wird euch beiden gut tun und dich entspannen. 

Denk dran: Spannung überträgt sich sowohl auf dein Baby, wie auch auf dein Fellnäschen!!!

Du weisst ja auch, ein ausgeglichener Hund ist ein glücklicher Hund.

2. Erziehung & Training

Wenn ihr bis jetzt eine laissez-faire Haltung gegenüber den Regeln Zuhause hattet, ist es jetzt an der Zeit auch hier ein paar Änderungen vorzunehmen.

Spätestens in der Schwangerschaft ist es an der Zeit, die Grundausbildung deines Hundes mit Nachdruck anzugehen oder zu verbessern und ihm die Hausregeln deutlich zu vermitteln. Indem du deutlich machst, dass du der Rudelführer bist, fühlt sich dein Hund, wenn vielleicht auch anfangs durch die Neuerung irritiert, sicher und an der richtigen Position im Rudel, wenn dann das Baby kommt.

Stelle sicher, dass dein Hund grundlegende Befehle wie Sitzen, Abliegen und Bleiben versteht und ausführt. Sollte es für dich schwierig sein, alte Gewohnheiten zu ändern, so nimm doch einfach die Hilfe eines Hundetrainers in Anspruch, da diese Befehle später von unschätzbarem Wert sein werden, wenn du deine Fellnäschen-Nummer 1 zu einer Fellnäschen-Nummer 2 werden lässt. 

Verwende während des Trainings stets positive Verstärkungsmethoden, wie verbales Lob und evtl. Leckerlis. Dies wird nicht nur die besten Ergebnisse erzielen, sondern auch die Bindung zwischen dir und deinem Hund weiter stärken. Denn es ist wichtig, dass er seinen Platz im Rudel kennt, akzeptiert und weiss, dass euch nichts trennen kann.

Wenn es später Räume geben soll, in die dein Wuff nicht mehr hineingehen darf, dann definiere diese Grenzen ab heute neu, so dass sie nicht erst mit dem Baby kommen – so wird dein Fellnäschen diese bereits kennen und respektieren und sich nicht mit der Anwesenheit deines Babys ausgeschlossen fühlen.

Wichtig: Bringe deinem Hund alle neuen Regeln bei, bevor das Bay kommt!!!

3. Bereite dein Fellnäs’chen auf das Baby vor

Mit dem Einziehen oder der Hausgeburt deines Babys wird dein Hund mit einer ganzen Menge von neuen Gerüchen, Geräuschen und Erlebnissen bombardiert. 

Indem du diese deinen Hund schrittweise kennen lässt, kannst du dazu beitragen, eine schlagartige Veränderung auf seine Sinne abzumildern, wenn das Baby das erste Mal nach Hause kommt.

Gewöhne deinen Hund bereits mittels CD an die Geräusche, die ein Baby machen wird. Sobald das Kind geboren ist, lass ihn einige Dinge, wie zB ein Tuch, Decke oder Kleidungsstück  des Babys beschnüffeln, bevor das Baby nach Hause kommt. Dadurch kann sich dein Hund an den neuen Geruch gewöhnen und durch dein ruhiges Verhalten dabei, mit dem Duft verknüpfen.

Wichtig: Bombardiere ihn NICHT mit zu vielen Babygadgets auf einmal!!! 

Gestatte deinem Hund bereits im Vorfeld der Geburt, die neue Babykleidung aus nächster Nähe zu sehen. Drehe den Kinderwagen um, so dass er ihn in Ruhe beschnüffeln kann und schiebe ihn in der Wohnung ein wenig umher, bis ein rollender Kinderwagen keine Beachtung mehr findet.

Was auch immer du vor hast, wenn das Baby nach Hause kommt, gewöhne deinen Hund am besten vorher daran. Denn bedenke, das letzte, was eine Mama sich wünscht, ist ihr Hund, der beim ersten Ausflug die Kinderwagenräder jagt….

4. Fördere einen sicheren und ruhigen Raum

Während der Schwangerschaft und vor der Geburt können ganz viele Dinge plötzlich sehr anstrengend werden. Es ist ein ja ein ganz neues Abenteuer für euch alle.

Durch das Schaffen eines sicheren und ruhigen Raums im deinem Zuhause, stellst du sicher, dass dein nicht nur Hund glücklich und gesund bleibt, sondern deine ganze Familie. Eine ruhige und entspannte Atmosphäre voller Sicherheit wirkt sich auf alle Familienmitglieder magisch aus.

Biete deinem Hund einen zentralen Rückzugsort in deiner Wohnung, an welchem er dabei ist, alles mitbekommt und sich doch zurückziehen kann, wenn es ihm zu trubelig wird.

Auch für dich ist es gut zu wissen, dass dein Schatz sich zurückziehen kann. Dieser Ort sollte später für das Baby ebenso tabu sein, sobald es krabbeln kann. Deinen Hund plötzlich auszuschließen und in Keller, Gartenhaus o.ä. umziehen zu lassen würde ihn verwirren, verunsichern und irritieren. Er ist es ja nicht gewöhnt, alleine zu sein und kann die Situation nicht verstehen. Du würdest euch mit diesem Schritt nur Probleme schaffen.

Erhöhe deine Stimme nicht, wenn du gestresst bist. Dein Hund nimmt deinen Stress auf und verinnerlicht diesen. Wenn du frustriert, überfordert oder verärgert bist, verlasse besser den Raum für einen Moment und atme frische Luft tief ein und aus. Gehe mit deinem Hund immer ruhig um, auf diese Weise wirst du zu einem ruhigen Verhalten deines Hundes beitragen.

 

5. Die Geburt

Du weißt nie, wann dein Baby das Licht der Welt erblicken möchte. Aber das Letzte, was passieren sollte, ist eine ganze Familie, die mitten in der Nacht davonstürzt und das Hündchen allein zurücklässt.

Mach dir einen Plan. Bevor du deine  Krankenhaustasche packst, plane bereits, wer sich um deinen Hund kümmern soll, während du im Krankenhaus bist und dein Baby bekommst. Stelle sicher, dass die Person, die sich um dein Fellnäschen kümmert, alle Gewohnheiten und Bedürfnisse (Futterzeiten & – menge, Gassizeiten, etc) kennt, du alles für die Pflege deines Hundes eingepackt hast, einschließlich einem Notfallkontakt (Ersatzperson und Tierarzt). Vergiß nicht den Impfpass zu dem Urlaubsgepäck deines Schatzes mit dazu zupacken.

Stelle sicher, dass du dich beim Abschied von deinem Fellnäschen sicher fühlst und weisst, dass dein Hund wundervoll versorgt ist. Ich lege für diesen wichtigen Moment, an welchem ich weg muss, meist ein besonderes Leckerli für den Hundesitter bereit. So  wird mein Hund die Person mit offenen Pfötchen empfangen, wenn der Zeitpunkt der Geburt kommt.

6. Das nach Hause kommen

Begrüße deinen Hund wie gewohnt, wenn du nach Hause kommst – konzentriere dich nicht auf das Baby. Dein Hund hat dich während deiner Abwesenheit vermisst und wenn du nach Hause zurückkehrst, als wäre es ein ganz normaler Tag, bleiben die Dinge so normal und ruhig wie möglich.

7. Plane HundeZeit ein

Wahrscheinlich stand dein Hund an erster Stelle, bevor das Baby kam und war schon lange zuvor mit dir eine Familie.

Während deine Zeit jetzt begrenzt ist, ist es wichtig, dass du regelmäßig Zeit mit deinem Hund verbringst, um die Verbindung zwischen ihm und dir aufrecht zu erhalten.

Verbringe jeden Tag qualitativ hochwertige Zeit mit deinem Hund, das muss nicht lange sein, lieber öfters kurze Momente. Dies ist für euch beide von unschätzbarem Wert. Einige gemeinsame Minuten oder Stunden – oder auch nur eine kurze Kuscheleinheit oder ein Apportierspiel – werden dich aufladen und eine glückliche, gesunde Familie fördern.

Ich wünsche euch das schönste Miteinander,

Gabi