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In Guten wie in Schlechten Zeiten – Hund kaufen – Über die Verantwortung, einen Hund zu halten

Ich möchte einen Hund kaufen-
Was ich vor dem Kauf wissen muss

Ein Hund hat Bedürfnisse

Wie kein anderes Haustier ist der Hund förmlich dazu gemacht, der beste Freund des Menschen zu werden und an seiner Seite sein ganzes Leben zu verbringen- darüber haben wir auf dem Blog schon viel geschwärmt.

Ein Hund wird nicht wie eine Schildkröte, ein Meerschweinchen oder sogar eine Katze damit zufrieden sein, dass ein gefüllter Futternapf in Reichweite steht.  Ein Hund braucht viel mehr als das. Er ist ein Lebewesen, das Gefühle hat. Er liebt seinen Menschen, er ist treu, und er möchte am liebsten den ganzen Tag mit ihm verbringen.

Wenn man einen Hund kaufen möchte, sollte man sich dieser Verantwortung und dem damit verbundenen Einsatz an Zeit und Energie vorher bewusst werden. Leider habe ich als Züchterin schon erlebt, dass Menschen sich vorschnell entschieden haben, einen Hund zu kaufen- hatten sie sich doch so sehr in ihn verliebt und so sehr auf ihn gefreut, doch nach wenigen Tagen war die erste Euphorie weg und die neue Situation mit dem Welpen zu Hause plötzlich unüberwindbar.

In der Familie ankommen

Wenn Hundewelpen in eine neue Familie kommen, ist zunächst alles neu für sie. Sie sind zum ersten Mal auf sich allein gestellt, ohne Mama, Geschwister und dem Züchter, bei denen sie sich beschützt, sicher und geborgen gefühlt haben. Die Hundewelpen haben noch nichts Schlechtes erlebt und kommen mit einem Vorschuss an Neugier und Entdeckerdrang in die neue Familie, in eine für sie völlig neue Lebenssituation.

An dieser Stelle kann es helfen, sich kurz in die Situation des Welpen hineinzuversetzen: Wie würde es Ihnen ergehen, wenn sie sich plötzlich mit fremden Menschen im Auto in Afrika wiederfinden würden?  Sie könnten die Sprache nicht verstehen, die Kultur wäre ihnen fremd, und sie wüssten nicht, wem sie vertrauen können….?

Für das allererste „Ankommen“ braucht ein Welpe  mindestens eine Woche. Nach dieser Woche sind ihm die Gerüche und Personen in seinem neuen Umfeld schon etwas vertraut. Die ersten zarten Verbindungen sind schon geknüpft. Doch um  wirklich in der Familie anzukommen und mit dem neuen Alltagsrhythmus vertraut zu werden, verstreichen sicher weitere 3 Wochen. Erst nach 4 Wochen also kann man sagen, kehrt langsam wieder mehr Ruhe zu Hause ein, weil der Kleine weiss, wo er hingehört. Das Vertrauen in seine Menschen ist inzwischen gewachsen und er hat bis dahin schon angefangen zu verstehen, was Herrchen und Frauchen mögen und was nicht.

Wie der Kleine seine neue Situation in der Familie meistert, und wie lange er braucht, um „anzukommen“ hängt von seinem Wesen und der Atmosphäre in der Familie ab, in die er hineinzieht.

Einen Hund kaufen – was kommt auf mich zu?

Es ist wie mit einem Baby.

Menschen, die bei mir einen Hund kaufen, haben oft eine gewisse Vorstellung davon, wie es wohl werden wird, wenn der Kleine dann endlich zu ihnen nach Hause kommt. Sie haben dabei diesen knuffigen tolpatschigen und unendlich süßen Welpen vor Augen, der fröhlich in seinem neuen zu Hause herumspringt.

Was man schnell mal in seinen Vorstellungen außer Acht läßt: der Welpe bringt seine Herausforderungen mit sich! Das kleine niedliche wuselige Ding, das da plötzlich in seinem Körbchen im neuen zu Hause liegt, ist noch ein kleines Baby. Es muss noch viel lernen und braucht noch sehr viel Zuwendung, Aufmerksamkeit und Nähe, liebevolle Geduld und den langen Atem seines neuen Besitzers.

Dabei ist es nicht viel anders als mit einem Säugling. Jeder weiss, wenn ein Neugeborenes da ist, dass sich dann plötzlich alles verändert. Schlagartig sind die gewohnten Abläufe und Prioritäten über den Haufen geworfen und für eine Zeit dreht sich alles ausschließlich um die Bedürfnisse des neuen kleinen Erdenbürgers. Wird man ihnen nicht gerecht, meldet sich der Kleine lautstark zu Wort, um seine nächste Ration Milch oder seine frische Windel zu bekommen. Oft weint das Baby, aber man weiss nicht, warum. Junge Eltern kann das durchaus verunsichern: Was hat das Kleine? Ist alles in Ordnung mit ihm? Er hat doch schon gegessen? Hat er vielleicht Bauchweh….?

Es kommen Situationen auf einen zu, mit denen man vorher nicht gerechnet hat: die Windel ist ausgelaufen, man ist aber gerade unterwegs und hat keine Wechselkleidung dabei, mit dem Kinderwagen passt man nicht durch die Gänge im Lieblings-Modegeschäft und im Restaurant fängt das Baby just in dem Moment an zu schreien, wenn man nach einer halben Stunde geduldigen Wartens sein Essen serviert bekommt. Das große Geschwisterchen bekommt vielleicht mit der Geburt des neuen Babys ständig Wutanfälle oder nässt plötzlich wieder ein, man kann kaum mehr ein normales Gespräch mit einer Freundin führen, das nicht unterbrochen wird, und man fühlt sich erstmal irgendwie nicht mehr Herr der Lage – schlicht: die ganze Familie steht Kopf.

Wenn ein Baby in eine Familie kommt, ist es für die meisten Familien selbstverständlich, dass man sein Leben für den Kleinen komplett umstellt- und zwar freiwillig. Die Einrichtung ändert sich, alles wird sicherer, niedlicher, praktischer. Die Urlaubsziele ändern sich ebenfalls: Rucksack-Touren durch Thailand und wochenlange Motorrad Ausfahrten durch die Berge werden schnell ersetzt durch gemütliche, auf kleine Kinder ausgelegte Strandurlaube oder Ferien auf dem Bauernhof. Das Auto wird eingetauscht, weil der Kindersitz hier besser hineinpasst und die verkrusteten Brezelspuren an der Tür nicht so ärgerlich sind wie im Sportwagen mit heller Leder-Innenausstattung.

Mit einem Welpen läuft das Ganze nicht wirklich anders ab.

Das ist hilfreich zu wissen, bevor man sich einen Welpen ins Haus holt

Er bringt unendlich viel Freude und viele schöne und lustige Momente mit sich- man muss jedoch wissen, dass man einen kleinen „Säugling“ bei sich aufnimmt:

  • Einen kleinen Welpen, der einen am Anfang auf Schritt und Tritt verfolgt. Der fiept, weint und bellt, wenn man nur kurz aus dem Zimmer geht oder aus dem Sichtbereich verschwindet.
  • Ein kleiner Welpe, bei dem, selbst wenn er schnell „stubenrein“ ist, trotzdem noch häufig etwas „danebengeht“. Dafür muss er nur etwas aufgeregt sein oder sich sehr über etwas freuen, zB. dass das Frauchen wieder da ist, schon verliert er, ohne es zu merken, Pipi.
  • Ein kleiner Welpe, der  in der Phase seines Umzugs noch keine Beißhemmung entwickelt hat- er kann also auch mal etwas unsanft an seinem Menschen knabbern, was nicht gleich heißt, dass er sie „gebissen hat“ . Mit seinen spitzigen Zähnchen kann er noch so manches Unheil an Mobiliar, Schuhwerk oder Kleidung anrichten.
  • Ein kleiner Welpe, der, wenn er etwas will ( und er will immer etwas) an einem hochspringt und denkt das gehört zum guten Ton.
  • Ein kleiner Welpe, der, wenn er überdreht und eigentlich reif ist fürs Bettchen, auch mal beim Spielen etwas zu wild und grob werden kann.

Diese Fragen sollte sich jeder stellen und ehrlich beantworten, bevor er sich für einen Hund entscheidet

Ja, sie sind wirklich sehr goldig und tolpatschig, unendlich süss und man kann ihnen kaum wiederstehen – doch die Familie muss sich ganz ehrlich die folgenden Fragen stellen, bevor sie einen Hund zu sich holen:

  • Haben wir genug Zeit für so ein Baby bei uns im Haus, und vor allem genug Nerven und Energie?
  • Ist die Rasse die richtige für uns? Was sind die rassetypischen Merkmale des Hundes- und passt das zu uns als Familie? (!Wichtig: rassentypische Merkmale sind so tief im Hund verankert, dass man sie nicht weg-erziehen oder weg-trainieren kann!)
  • Kann ich den Bedürfnissen eines Hundes nach Bewegung, Aufmerksamkeit, geistiger Förderung und Nähe gerecht werden?
  • Können wir die Kosten tragen, auch wenn der Schatz mal krank werden sollte?
  • Wie lösen wir das Urlaubs-Problem?
  • Wer kümmert sich um den Hund, wenn mal was mit uns ist?
  • Inwieweit können wir den Hund in unserem Alltag integrieren?
  • Wie viele Stunden müsste der Hund allein sein?
  • Wozu könnte ich ihn überall mitnehmen? Zur Arbeit? Zum Einkaufen? Abends ins Restaurant?
    (!Achtung: Im Auto lassen ist bei Hitze oder Kälte keine Option!)
  • Kann ich das: „In guten wie in schlechten Zeiten“?
    Was, wenn der Hund alt wird, und bei meinem Bergtourenprogramm nicht mehr mithalten kann, oder wenn er Hüftprobleme bekommt und nicht mehr jeden Tag mit mir die Halbmarathonrunde laufen kann? Was, wenn die Familienkonstellation sich ändert durch Trennung oder Umzug?

Sich diese Fragen ehrlich zu beantworten ist ein MUSS. Man will ja eine Entscheidung treffen, zu der man auch stehen kann. Wenn man sich einen Welpen als treuen 4-beinigen Freund in sein Leben holt, ist es nicht fair, ihn einfach wieder zurückzugeben, weil es „nicht klappt“, sondern man sollte dann auch wirklich mit ihm durch dick und dünn gehen wollen.

In Guten wie in Schlechten Zeiten

Einen Hund zu sich nach Hause zu holen ist nicht wie ein paar Schuhe zur Auswahl mitzunehmen, die man austauschen kann, wenn sie nicht passen. Ein Hund ist ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Gefühlen. Es ist ein bisschen wie heiraten: das macht man ja auch nicht leichtfertig, um es einmal ausprobiert zu haben, und wenn es dann ein bisschen anstrengend wird, lässt man sich wieder scheiden. Ein Baby gibt man auch nicht wieder her und steckt es ins Waisenhaus, nur weil es viel schreit, in die Hose macht und die Toilette mit dem iPhone und der Fernbedienung des neuen 3D Fernsehers gefüttert hat.

Als Züchterin erwarte ich von den Käufern meiner Welpen, dass sie sich ihrer Verantwortung, sich den Welpen in ihre Familie zu holen, bewusst sind. Dem Hund gegenüber ist es nicht gerecht, wenn er wie ein Kuschelgegenstand oder Status-Symbol in die Familie geholt wird. Er ist nicht ein Gerät, das man ausschalten kann, wenn man es gerade nicht braucht. Man kann ihn auch nicht einfach zurückgeben, und wenn er nicht so „funktioniert“ wie man ihn in kürzester Zeit programmiert haben möchte. Er ist auch kein Mensch mit einem menschlichen Verstand in einem Fellmantel, der gefälligst die Vorstellungen seiner Herrchen und Frauchen zu erfüllen hat. Er ist ein lebendiges Wesen, ein Hund-  mit allem, was einen Hund eben so ausmacht- und er sollte auch als dieser seinen Platz in der Familie ausfüllen dürfen. Dafür braucht er Zeit.

Mit Geduld und Spucke …

Gibt es in der Familie Kinder, ist die Verantwortung die mit der Hundehaltung einhergeht sogar noch größer. Dass die Kinder mit dem Hund „richtig“ umgehen lernen und umgekehrt, erfordert viel Kraft und Einsatz, der nicht zu unterschätzen ist.

Hier hilft es auch wieder sehr, ehrlich zu sich selbst zu sein. Wenn man mit der Kindererziehung schon voll ausgelastet ist, hilft es keinem, wenn man sich zusätzlich noch einen Hund in die Familie holt. Wenn eine Familie bereits Haustiere hat, ist es hilfreich zu wissen, dass wenn ein neuer Hund mit in das Gefüge kommt, auch hier nichts beim Alten bleiben wird. Die Tiere müssen auch unter sich ein neues Miteinander entwicklen, das ebenfalls viel Zeit und auch etwas Anleitung braucht.

Viele geben diesem Prozess keine Zeit und treffen vorschnelle Entscheidungen: „Meine Katze hat unters Bett gemacht, das hat sie vorher nie getan- das ist für mich ein klares Zeichen, dass der Hund doch nicht in unsere Familie passt“. Stellen Sie sich einmal vor, wie es wäre, wenn Eltern das neue Baby sofort zur Adoption freigeben würden, nur weil sie beobachten würden, dass das ältere Geschwisterchen plötzlich wieder reinmacht. Ein neues Familienmitglied ist für alle eine völlig neue Situation, an die sich alle erst einmal gewöhnen müssen. Jeder muss erstmal wieder ganz neu seinen Platz in der Familie finden. Für diese Situation bedarf es viel Geduld, Lockerheit und Optimimus.

Ein Hund ist ein Hund- kein ehrgeiziges Projekt

Der Welpe begegnet seiner neuen Familie ohne Vorbehalt, wie ein unbeschriebenes Blatt und mit einem kindlichen Vertrauensvorschuss. Er möchte nichts Schlechtes – im Gegenteil, er möchte alles richtig machen, und sich die Liebe seiner Menschen verdienen. Inzwischen ist alles zu schnellebig geworden, dass man sich heute für etwas entscheidet, was man morgen schon wieder bereut. Man bringt nicht mehr genug Ausdauer und Geduld mit und gibt viel schneller auf. Die Frustrationsgrenze ist sehr schnell erreicht ….

– außer bei Babies! Da sieht man großzügig darüber hinweg, dass man meist  2-3 Jahre lang mindestens 3mal am Tag Windeln wechseln muss.  Man erwartet nicht, dass das Kind nicht gleich nach dem ersten Schultag einen dreiseitigen Aufsatz schreiben kann,  und man ist sich bewusst, dass man die Verantwortung für diese einem anvertrauten Lebewesen für die nächsten 18 Jahre tragen wird , bis sie auf eigenen Beinen stehen können. Jeder weiss, dass alles seine Zeit braucht, und es für alles die richtigen Zeitpunkte gibt. Man wird schon ab und zu etwas ungeduldig – der Teenager sitzt immer noch laut mit offenem Mund schmatzend am Tisch- hat er das nach 15 Jahren immer noch nicht verstanden?! –   doch man würde deswegen den Sohn/ die Tochter nie im Leben wieder hergeben!

Der Welpe hingegen sollte am besten nach 3 Wochen stubenrein sein, perfekt brav in seinem Körbchen sitzen während Frauchen 6h bei der Arbeit ist, und möglichst nie bellen oder weinen, auch nicht wenn man ihn in eine Gitterbox sperrt um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Eigentlich sollte er am besten gar keine Bedürfnisse haben oder melden. Der Kleine wird für alles geschimpft und zurechtgewiesen, wo er doch garnicht verstehen kann, was er falsch gemacht haben soll. Überlegen Sie einmal, was es helfen würde, wenn man einen Säugling dafür schimpft, dass er schon wieder die Windeln voll hat- oder einen Erstklässler, dass er noch keine Algebra Terme lösen kann. Der Welpe jedoch wird für alles was schief läuft verantwortlich gemacht- und da die Nerven des unerfahrenen Hundebesitzers blank liegen, ist der Hund schnell wieder ausgetauscht/ zurückgegeben/ abgeschoben – er war einfach nicht perfekt genug. Mir als Hundezüchterin tut das weh- und ich kann nicht verantworten, was solch eine Situation mit dem Wesen des kleinen Hundes macht … die Folgen für die Psyche des Welpen kann man sich an dieser Stelle selbst ausmalen…

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Bevor es der Familie und dem Hund schlecht ergeht, ist es natürlich das Beste für alle Beteiligten, dem Szenario möglichst schnell ein Ende zu setzen, um größere Schäden zu vermeiden. Umso wichtiger ist es, dass man die Entscheidung, sich einen Hund ins Haus zu holen, reiflich durchdacht trifft. Es hilft, zu wissen, was auf einen zukommt.

Als Hundehalter hat man nicht nur eine Verantwortung dem Lebewesen Hund gegenüber, sondern auch seinen Mitmenschen, Nachbarn, Kindern und der Gesellschaft gegenüber – ein Hund, der nicht hören kann, ist unberechenbar und kann daher schnell zu einer Gefahr werden. Daher ist eine gute Erziehung, ein konsequentes Training in der Hundeschule wie auch zu Hause und der Abschluss einer Tier-Haftpflichtversicherung unerlässlich.

Silver und ich

Ich selbst habe wieder einen Labrador – Welpen im Haus, was für mich sehr spannend ist und mir so oft ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert … daran möchte ich Sie heute zum Abschluss noch teilhaben lassen.

Mein kleines Labrador – Mädchen „Silver“ hat Ausdauer. Wenn sie etwas unliebsames tut, sogar eine unendlich grosse Ausdauer. Einmal zerrt sie ungestüm fast 10min lang wild knurrend an meinem Hosenbein oder Strumpf (ein Grund für meine große Auswahl an robusten Jeanshosen), dann wiederum springt sie so hoch vor mir auf und ab, dass es für mein Empfinden schon absolut rekordverdächtig ist. Sie ist noch sehr ungestüm und muss ihre Grenzen erst nach und nach kennenlernen. Sekunden später liegt sie dann aber wieder in meinen Arm gekuschelt und schaut mich mit ihren klaren und zutiefst ehrlichen Augen an und ist sicherlich das süsseste Hündchen der Welt.

Wenn wir an einem für sie neuen Ort spazieren gehen, läuft sie auf einmal perfekt und vorbildlich und wohlerzogen an der Leine, doch schon Minuten später kann sie irgendwo aus heiterem Himmel stehenbleiben und sich keinen Zentimeter mehr vom Fleck rühren. Sitz und Platz und Pfötchen macht sie in 20 Fällen zuverlässig und in 20 Fällen schaut sie mich einfach nur erstaunt an. Sie macht immer noch ihre Aufregungspipis direkt vor meine Füße, und zwar so schnell, dass ich nicht einmal hinterherkomme mit schauen. Ist sie deswegen schwer erziehbar? Nein. Ist sie deswegen ein Labrador mit einem bösen Charakter, oder vielleicht sogar der falsche für mich? Nein. Bin ich deswegen gleich schon eine schlechte Hundemama und mache alles falsch? Nein.

Wir beiden, Silver und ich, wir lassen uns Zeit. Wir haben keinen Stress. Sie wird schon hinwerden. Bis dahin wird vielleicht noch das eine oder andere Hundebettchen angeknabbert im Eck liegen, und Silver mich mit betroffenem Blick beschwichtigend anschauen, und bis dahin werde ich sicher auch noch viele kleine Pipis und andere Ausrutscher kommentarlos entfernen, aber hey, es ist doch meine Silver! Wir beide sind Freunde und gehören für immer zusammen! Nichts bringt uns auseinander. Und wir zwei, wir werden die schönsten Dinge zusammen erleben. Wir werden diesen Sommer zusammen im Bodensee schwimmen und danach eine Pizza essen gehen, und vielleicht schafft sie es bis dahin schon, lieb und zufrieden unter dem Tisch zu liegen- und wenn nicht: dann üben wir das Ganze eben noch einmal. Ist doch nicht schlimm. Mit Geduld und Liebe sind bei mir noch alle Hunde toll hingeworden! Man schmeißt einfach nicht bei dem ersten zerfetzten Turnschuh die Flinte ins Korn! Genausowenig wie man seinen 3jährigen nicht verstößt, nur weil die Kindergärtnerin einem verkündet, dass er motorisch hinterher ist, weil er noch keine Kreise zeichnen kann, oder er schon wieder einem kleinen Mädchen mit dem Schaufelbagger auf den Kopf gehauen hat.

Bleibt mir noch, Euch allen einen tollen Sonntag zu wünschen! Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit beim Lesen dieses wirklich langen Artikels- vielleicht habt ihr bemerkt, wie sehr mir das Thema am Herzen liegt.

Daher würde ich mich freuen, wenn ihr den Link zu diesem Beitrag allen schickt, die sich überlegen, einen Hund zu kaufen oder vom Tierheim zu holen. Für erwachsene Hunde, oder Hunde vom Tierheim gilt nämlich genau dasselbe.

Herzliche Grüße
Eure Gabi ❤

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