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Was tun gegen Zecken?

Es war warm – wenn nicht sogar heiss – bei 30°C hier auf dem Dornsberg. Ein gemütlicher Sonntag, der damit begann, all unsere kleinen und grossen Fellnäschen zu kämmen, zu kuscheln und gemeinsam bei einem Frühstück das Wochenende zu geniessen …

Als ich die letzten 3 Wochen so durchs Fell geschaut habe, fand ich erstaunlich viele kleine Zecken, während wir in den letzten 4 Jahren fast keine hatten. So begann auch für mich wieder die Überlegung, was tun:  gleich die chemische Keule schwingen oder mit natürlichen Produkten vorbeugen?

Da mich zur Zeit fast täglich die neuen Hundebesitzer unserer kleinen Welpen anschreiben/ anrufen und mich fragen, was ich bei meinen Hunden gegen Zecken tue, habe ich Euch hier meine Tipps zusammengeschrieben. Ich erhebe dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, dafür dürft ihr gerne hier …  nachlesen.

Mein Tipp Nr. 1
Vertrauen ist gut- Kontrolle ist besser

Egal welches Produkt oder Präparat du gegen Zecken einsetzt: es ersetzt nicht die Zeckenkontrolle im Fell deines Lieblings nach einem Spaziergang. Diese solltest du gründlich durchführen und auf keinen Fall auslassen, nur weil du Produkt XY verwendest.

Denn, denk dran: Zecken sollten zeitnah entfernt werden!!! Dies ist der effektivste Schutz gegen Borreliose, eine eventuelle Übertragung findet nämlich erst 16 – 24h nach dem Stich statt.

Natürliche Produkte zur Zeckenabwehr
Kokosöl, Vitamin B & Co.

In den vergangenen Jahren habe ich sehr gute Erfolge mit natürlichen Tabletten aus einer Kombination von Vitamin B1 & Bierhefe erzielt. Bierhefe hat eine abwehrende Wirkung, denn Zecken mögen den Geruch der enthaltenen B-Vitamine nicht. Also steuern sie im Normalfall mit Bierhefe gefütterte Hunde gar nicht erst an. Allerdings behagt der Geruch auch so manchem Hund nicht. Schleiche die Bierhefe daher langsam und mit kleinen Dosen ins Futter mit ein, damit sich dein Liebling daran gewöhnen kann. Die Dosierung entnimmst du am besten der Packungsbeilage, sie entspricht dem jeweiligen Körpergewicht deines Hundes.

Bei meinen Labradoren und den Kurzhaar Chi’s trage ich außerdem täglich etwas Kokosöl auf das Fell auf- die Wirkung hält ca. 6h an und wehrt ebenfalls Zecken ab. Bei den Langhaar Chi’s stört mich die Konsistenz etwas, und für die ganz langen Outdoor Tage, an denen unsere Fellnasen den ganzen Tag im Garten spielen, halte ich den Schutz für nicht ganz ausreichend.

Laut Studien lassen sich aber tatsächlich 88% aller Zecken wieder fallen, wenn sie den Geruch von Kokosöl (Laurinsäure) vernehmen. Kokosöl hilft übrigens auch bei uns Menschen. Einfach die Haut mit ein bisschen Kokosöl einreiben- das macht die Haut geschmeidig und verleiht ihr einen dezent exotischen Geruch ( den die Zecken nicht mögen) .

Wenn nichts wirklich hilft:
Der Spot-On Zeckenschutz hilft am Ende immer

Manchmal finden sich leider trotz aller natürlicher Abwehrversuche doch noch immer wieder Zecken im Fell deines Kleinen Schatzes. In solchen Phasen hilft es nichts- da greift man am besten eben doch zu den „härteren“ Methoden . Die bekanntesten Spot-On Präparate auf dem Markt sind: Advantix, Exspot und Frontline . Mit ihnen habe ich die besten Erfahrungen gemacht und sie sind meiner Meinung nach die zuverlässigsten Zeckenschutzmittel für Hunde. Sie haben im Normalfall eine Wirkdauer von 4 – 6 Wochen, in denen meine besonders Zecken- anfälligen Schätze dann tatsächlich geschützt waren.

Die Spot-On Mittel unterscheiden sich in ihrer Wirkweise und ihren Wirkstoffen. Frontline wirkt zusätzlich auch gegen Flöhe, ExSpot gegen Stechmücken und Advantix sogar gegen beides. Um die beste Wirkung in der Anwendung gegen die Parasiten zu erzielen, solltest du darauf achten, dass dein Hund sowohl 2 Tage vor der Anwendung, als auch 2 Tage danach nicht im Wasser schwimmen oder spielen geht, damit es nicht wieder abgewaschen wird. Man muss bei den Spot-ons auf jeden Fall auf die Verträglichkeit achten. Ich hatte zwar in all den vielen Jahren, in denen ich Hunde halte, noch nie eine Reaktion bei einem meiner Schätze – jedoch darf man sich darauf nicht verlassen. Achte also gut auf Juckreiz, Haarausfall oder andere Hautreaktionen an der Applikationsstelle, um eventuelle Reaktionen frühzeitig zu erkennen.

Solltest du einen kleinen Welpen in deinem Zuhause haben, so sollte er frühestens ab der 14. Woche ein Spot-On bekommen. Für jüngere Welpen sind diese Präparate noch nicht geeignet. In der 8. bis 14. Woche ist ihr kleiner Körper noch mit der Verarbeitung ihrer Impfungen ausreichend beschäftigt und sollte nur mit pflanzlichem Zeckenschutz behandelt werden.

Wichtig für Besitzer sehr kleiner Hunde: Advantix sollte erst ab einem Körpergewicht von 1,5kg angewendet werden.

Viele Hundebesitzer schwören auf Zeckenhalsbänder, die ähnlich wie Spot-ons Zecken fernhalten. Ich habe allerdings bisher die Erfahrung gemacht, dass in Zeiten, in denen es wirklich viele Zecken gibt, die sich nicht auf natürliche Art abwehren lassen, die Halsbänder nicht so effektiv sind wie das Spot-on.

Mein Hund hat eine Zecke, was soll ich tun?

Wenn dein Hund trotz aller Abwehrmaßnahmen doch einmal eine Zecke erwischt hat, ist das kein Grund zur Panik. Krankheitserreger werden oft erst einige Stunden nach dem Zeckenbiss übertragen. Wenn du deinen Schatz jeden Abend oder auch mal zwischendurch nach Zecken durchsuchst, und eventuell festgesaugte Zecken umgehend entfernst, dürfte im Normalfall nichts passieren.

Du solltest die Zecke allerdings wirklich sofort (am besten lebend) entfernen. Vermeide dabei, die Zecke zu quetschen oder sie in Panik zu versetzen, denn das würde, falls sie Krankheiten überträgt, das Infektionsrisiko steigern.

 

Für das Entfernen einer Zecke stehen dir viele Hilfsmittel zur Verfügung:

Behalte nach dem Entfernen der Zecke die Einstichstelle im Auge, um zu sehen, ob es innerhalb der nächsten Stunden und Tage zu Entzündungen kommt bzw. ob alles entfernt wurde. Sollten Überreste der Zecke zurückgeblieben sein, so vertrocknen sie meist und fallen ab. Sollte die Stelle jedoch entzündlich aussehen oder anschwellen, suche bitte deinen Tierarzt auf.

 

 

Nun bleibt mir nur noch, Euch eine zeckenfreie Zeit zu wünschen. Geniesst Eure Spaziergänge und die tolle Zeit die man bei diesem Wetter draussen verbringen kann. Macht es euch einfach zur Routine, danach immer schnell durchzuschauen, und wenn ihr tatsächlich immer wieder welche findet, empfiehlt es sich in dem Fall doch – zumindest für eine Zeit- zu einem „härteren Hammer“ zu greifen- denn die Folgen eines Zeckenbisses fallen im schlimmsten Fall schwerer aus als die Nebenwirkungen von Spot- On’s & Co.

Ich hoffe, das hat Euch ein bisschen weitergeholfen. Euch allen ein tolles Wochenende,

❤️liche Grüße,
Eure Gabi.

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