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S.O.S. HUND ENTLAUFEN! – die „Was-kann-ich-tun“-Checkliste für jeden Hundebesitzer!

In der Anfangsphase bei uns auf dem Hof kam es immer wieder einmal vor, dass der eine oder andere Hund abenteuerlustig genug war, seinen Freilauf zu verlassen um einen kleinen Ausflug in den nahegelegenen Wald zu machen, manchmal sogar in feinen Zweier-Grüppchen. Dabei war glücklicherweise immer einer dabei, der einen guten Orientierungssinn besaß, so dass sie meist nach nicht allzulanger Zeit zurück nach Hause fanden – spätestens wenn sie Hunger hatten, es dunkel oder kalt wurde.

Ein Mal verlief das Ganze ein ganz klein wenig abenteuerlicher und wir durften Monsieur Aiden höchstpersönlich im nahegelegenen Tierheim einsammeln- wir waren überglücklich, unseren Prinzen wieder zurück auf dem Hof zu haben- und er erst! Er hat sich seither nicht mehr wieder allein vom Grundstück bewegt *smile*.

Weil diese Situation doch selbst in den besten Familien vorkommen kann, haben wir für euch eine kleine Anti-Panik- Checkliste zusammengestellt mit Dingen, die ihr für den Fall wissen müsst. Wir hoffen aber, dass ihr sie niemals nötig haben werdet.

Zuerst müsst ihr wissen: euer kleiner Liebling würde euch im Normalfall nie davonlaufen.  Er könnte aber durchaus in einem unerwarteten Moment einem plötzlichen Instinkt, einer Neugier oder Jagdtrieb folgen und einfach los-spurten. Er würde früher oder später innehalten und umkehren- es sei denn er hätte bis dahin die Orientierung verloren wüsste nicht mehr wohin…

Variante 1: Dein Hund ist beim Spaziergang einfach weggerannt.
Du rufst ihn, doch er ist inzwischen ausser Reichweite und kommt nicht wieder.

  1. Ruhe bewahren.
    Das Allerwichtigste – auch wenn es schwerfallen mag:  Auf jeden Fall die Ruhe bewahren und möglichst lange dort bleiben, wo euer kleiner Schatz weggelaufen ist. Viele Hunde kehren früher oder später an diesen Ort zurück.
  2. Eine Fährte legen.
    Wenn du diesen Platz verlassen musst, hinterlasse am besten ein nach dir riechendes Kleidungsstück, sowie etwas Futter und Wasser und kontrolliere diese Futterstelle in den nächsten Tagen täglich immer wieder.
  3. Das Heimkommen sichern.
    Sollte sich der Hund in der Gegend, in der er entlaufen ist, auskennen bzw. von Zuhause entlaufen sein, ist es oft möglich, dass er selbstständig den Nachhauseweg findet. Lasse in diesem Fall deine Haustüre bzw. Gartentüre etwas geöffnet.

Variante 2: Dein Hund ist noch in deinem Sichtbereich, lässt sich jedoch nicht einfangen oder anleinen.

  1. Ruhe bewahren.
    Versuche dich in diesem Fall ruhig (!!) und „normal“ zu verhalten. Laufe und spreche normal, wähle eher die Laufrichtung weg vom Hund anstatt auf ihn zu.
  2. Lockmittel.
    Lasse – falls zur Hand – immer wieder etwas Leckeres fallen.
  3. Kein Einfangen.
    Versuche nicht, deinen Hund einzufangen, zu jagen oder hetzen – wirklich unter gar keinen Umständen!!!

Variante 3: Dir begegnet ein Hund, der offensichtlich seinem Herrchen/ Frauchen entlaufen ist.

  1. Ein einziger Anlockversuch.
    Versuche nur ein einziges Mal, den fremden Hund anzulocken.  Wenn du merken solltest, dass der Hund Angst hat, versuche es nicht weiter. Als fremde Person solltest du keine weiteren  Anlockversuche unternehmen. Der Hund wird schnell misstrauisch und ab da immer vorsichtiger.
  2. Melden.
    Mache schnell ein Foto und verständige eine der folgenden Stellen:
    – die Besitzer (natürlich nur, falls bekannt)
    – die örtliche Tierrettung
    – die nächste Polizeidienststelle
    – das nächst gelegene Tierheim –  oft haben die Besitzer des entlaufenen Hundes dieses schon verständigt und dadurch kann der Kontakt zum Besitzer schnell hergestellt werden.

Was geht in einem entlaufenen Hund vor?

Ein Hund, der entlaufen ist oder sich verirrt hat, ist zunächst einmal stark verunsichert und verängstigt, weil er „sein Rudel“ verloren hat und dadurch plötzlich auf sich alleine gestellt ist. Dieser Zustand aktiviert in ihm eine Art Überlebensinstinkt ähnlich einem wildlebenden Tier, der dazu führt, dass der Hund sofort flüchtet, wenn sich ihm fremde Menschen ( oder auch Such-Hunde) nähern.  Der Hund nimmt diese Verfolger als Jäger und damit als Lebensbedrohung wahr.

Ein Hund riecht 1 Million mal so gut wie wir Menschen und hört auch um ein Vielfaches besser als wir. Er nimmt das Adrenalin, die Aufregung und die Geräusche eines Suchtrupps/Suchhundes schon aus sehr großer Distanz wahr.

Hier also für euch die „Was-kann-ich-tun“-Checklist, für den Fall, dass euer Hund wirklich weg ist und über einen längeren Zeitraum noch nicht zu euch zurückgefunden hat:

Melde- Stellen.

  • Tierheime (Umkreis 20 km)
  • Tasso (Tierregister)
  • Jäger
  • Polizeireviere & Bundespolizei (Auto-Unfälle), ggf. Autobahnpolizei (Umkreis 20 km)

Melden auf Facebook.
Auf Facebook gibt es die Möglichkeit vermisste Hunde auf folgenden Seiten zu melden:

Vermisst- Plakate.
Erstellt einfache Plakate und Flyer mit einem Farbfoto eures Hundes, sowie einer kurzen Beschreibung (Farbe, Halsband, Geschirr…). Am besten ihr schneidet die Plakate im unteren Bereich so ein, dass sie als Abrisszettelchen mit eurer Handynummer dienen können. Verteilt die Plakate und Flyer an allen euch bekannten Hunde-HotSpots in eurer Umgebung und an Orten, an denen viele Leute vorbeikommen (Haltestellen, Bahnhof, Supermarkt.… ).

Genaue Angaben.
Sollte sich jemand bei euch melden, der euren Hund gesehen hat, vergesst nicht, nach Uhrzeit, Ort und Laufrichtung, wie auch nach dem Zustand des Hundes zu fragen.

Mein Herz bei diesem Post ist es, dass euch das Gelesene wieder einfällt und ihr souverän reagieren könnt, solltet ihr einmal in die eine oder andere oben beschriebene Situation kommen.

Wir wünschen euch allerdings von ganzem Herzen, dass ihr diese Liste nie brauchen werdet.  Wenn doch: keine Panik! Vertraut darauf, dass eure liebevolle Verbindung zu eurem Hund ihn auch wieder heil und glücklich zu euch zurückbringen wird!

Liebesgrüsse,
Eure Gabi 💕

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