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Feuchte Küsse … und warum die Liebe eines Hundes durch die Zunge geht *SMILE*

Wer kennt sie nicht, die süssen Momente in welchen dein Fellnäs’chen freudig auf dich zukommt und dir über deine Hände, dein Gesicht oder die Beine lecken möchte!

Viele mögen das nicht so gerne, oder finden es einfach ungewohnt – daher werde ich immer wieder von Welpen- oder Hundebesitzern gefragt, ob sie ihrem Hund dieses Lecken nicht besser abgewöhnen sollten oder ob es wichtig ist, dass ein Hund sein Herrchen oder Frauchen lecken darf.

Lass uns zuerst einmal anschauen, was das „Lecken“ für deinen Hund eigentlich bedeutet …

Wo hat dein Liebling das „Ablecken“ eigentlich her?

Die Mutter beginnt schon gleich nach der Geburt damit, jedes einzelne ihrer Hundebabies gründlich abzulecken. Zum einen regt sie dadurch sogleich die Durchblutung und die Atmung an, zum anderen trocknet und wärmt sie damit ihre Kleinen. Das Ablecken dient außerdem der Körperpflege und Hygiene, es regt die Verdauung und die Ausscheidung des kleinen Welpen an und hilft der frischgebackenen Hundemama dabei, den Geruch jedes einzelnen ihrer kleinen Welpen ganz genau kennenzulernen.

Doch am Allerwichtigsten: Die Hundemama zeigt ihrem Kleinen so ihre Zärtlichkeit und Zuwendung- für den kleinen Welpen wird also das „Ablecken“  zum Ausdruck von Liebe und Geborgenheit.

Hundewelpen lernen sehr früh, dass das Ablecken eine der wichtigsten Gesten in ihrem jungen Leben ist. So beginnen sie selbst wenn sie noch ganz klein sind, andere Hunde aus dem Rudel abzulecken. Damit zeigen sie einerseits dem erwachsenen Hund ihre Freundlichkeit und ihr Zugetan- Sein, zum Anderen löst das Ablecken der Kleinen bei den erwachsenen Hunden oft ein Hervorwürgen der vorverdauten Nahrung aus. Das Lecken ist hier zwar Ausdruck des eigenen Überlebenswillens, bedeutet  jedoch auch Unterwürfigkeit und Zuneigung. Der ältere Hund kann sich sicher sein, dass der Welpe sich vertrauensvoll unterordnet.

Im weiteren Hundeleben bleibt das „Ablecken“ immer ein wichtiger Bestandteil des sozialen Miteinanders – und das nicht nur unter Hunden …  Dein Hund möchte selbstverständlich auch dir seine Zuneigung und sein Vertrauen zeigen … *tadaaa* und schon schlabbert er dir feucht und fröhlich dein Gesicht ab.

Was bedeutet es, wenn ein Hund einen Menschen ableckt?

Steuert dein kleines Fellnäs’chen mit seinem Schlabbermäulchen ein Baby bzw. ein Kind an, so zeigt er dadurch seine Zuneigung. Er macht damit ganz deutlich, dass er um seine Fürsorgepflicht für das „Kleine“ weiss und dass er im Zweifelsfall beschützend eingreifen wird.

Leckt dein Schatz einen Erwachsenen ab, so zeigt er damit seine Zuneigung und dass er sich ihm gerne und vertrauensvoll unterordnet.

Oft verfolgt das Ablecken allerdings auch einen ganz bestimmten Zweck: z.B. um etwas zu fressen zu bitten.

Wenn dein Hund etwas fressen möchte und dir über die Hände leckt, versucht er sein Bedürfnis auf besonders höfliche Art und Weise zu verdeutlichen. Er sagt eigentlich so ungefähr: „Ich weiß, ich darf das nicht einfach nehmen, aber ich hätte es so gerne …  Ich weiss ja, in der Rangordnung bin ich unter dir, aber vielleicht kann ich ein ganz kleines Stück haben? “

Es ist also keineswegs ein zielloses Verhalten, wenn ein Hund einem Menschen Hände oder Gesicht ableckt. Es ist es vor allem ein Zeichen, dass sich der kleine Vierbeiner in deiner Nähe wohl fühlt und dass er die Führung durch dich akzeptiert – er liebt dich einfach.

Wie hygienisch sind denn die kleinen nassen Hundeküsschen?

Viele finden die schlabbrigen und nicht immer so wohlriechenden Küsse ihrer Fellfreunde nicht nur gewöhnungsbedürftig, sondern machen sich zudem Sorgen, durch den Speichel könnten sich unangenehme Erreger auf sich oder zB. ihr Baby übertragen. Damit haben sie auch nicht ganz unrecht, wenn auch der Hundespeichel grundsätzlich unbedenklich ist und keine großen Gefahren birgt.

Es ist heute unumstritten, dass Kinder, die mit Hunden aufwachsen, weniger anfällig für Krankheiten wie Asthma, Atemwegserkrankungen oder Allergien sind. Es ist bereits seit geraumer Zeit wissenschaftlich erwiesen, dass geringe Bakterienmengen  das menschliche Immunsystem stärken, so vermutlich auch die Mikroben auf der Hundezunge.

Hundeküsse sind also normalerweise nicht gefährlich, vorausgesetzt deine süsse Fellnase ist gesund, geimpft und wurmfrei!

Dennoch ist es mir wichtig, dass du als Hundefreund auch eine gewisse gesunde Vorsicht an den Tag legst, denn das Schnäuzchen deines Hundes macht ja nicht halt vor Erde, Abfall oder den Häufchen seiner Kollegen – und das will man nicht unbedingt an seinen Händen haben- geschweige denn im Gesicht.

Es wäre jedoch unfair und für den Hund völlig unverständlich, wenn er seine Zuneigung nicht zum Ausdruck bringen dürfte. Daher empfehle ich: Gib deinem Wuff deine Hände zum Ablecken – diese sind danach schnell mit Wasser und Seife wieder gewaschen!

Eines ist dabei nämlich definitiv nicht zu unterschätzen:
Lässt du dich von deinem Hündchen ablecken, wirkt sich das positiv auf Eure Bindung aus – und die ist ja die Basis für ein gesundes miteinander!

Es kommt jedoch noch viel besser, denn, was viele nicht wissen: Das Lecken deines Hundes kann sogar kleine Wunder bewirken:

Hundeküsse als Wunder-Heilmittel  – oder warum Hunde ihre Wunden lecken

Hunde lecken sowohl ihre eigenen Wunden, als auch die ihrer Kollegen im Rudel. Eine uralte Volksweisheit besagt, dass eine Wunde schneller und besser heilt, wenn sie von einem Hund abgeleckt wird. Wenn etwas dran sei sollte, müsste sein Speichel also etwas enthalten, das den Heilungsprozess fördert.

Amerikanische Forscher haben die verblüffende Entdeckung gemacht, dass es sich dabei nicht einfach nur um eine vom Hundeorganismus erzeugte Substanz handelt, sondern um ein antibiotisches Virus, das in der Verletzung auftretende gesundheitsschädliche Bakterien tötet.

Anfang des 20. Jahrhunderts fand man heraus, dass Wunden durch das Ablecken durch Hunde nicht nur gereinigt werden, sondern dass dadurch auch das Bakterienwachstum im Wundgewebe gehemmt wird. Das Seltsame war, dass diese antibiotische Wirkung des Hundespeichels nicht im Labor nachgestellt werden konnte. Inzwischen weiss man auch warum: Die NIH-Forscher Polly Matzinger und Heinz Arnheiter entdeckten ein unschädliches Mundbakterium, das mit der antibiotischen Aktivität des Hundespeichels eng verknüpft ist. Sie nannten das Bakterium Annie (Antibiotically Novel Natural Innate Epiflora = antibiotisch neuartige, natürliche, angeborene Über-Flora). Sie stellten fest, dass der unverdünnte Speichel von Hunden, der Annie enthält, innerhalb von 8 Stunden 92,5% aller Bakterien abtötete. Man testete nun mit Hunden, bei denen Annie durch Sterilisierung aus dem Maul entfernt worden war: hier wurden zu aller Überraschung nur 8,7% der vorhandenen Bakterien vernichtet. Durch weitere Untersuchungen fand man heraus, dass der Hundespeichel nur bei Wunden von Hunden oder Menschen, nicht aber bei anderen Tieren, z.B. bei Katzen wirkt –  das deutet darauf hin, dass die Beziehung zwischen Menschen und Hunden älter ist, als man bisher vermutete!

Jetzt bist du bestimmt genauso sprachlos wie ich es war, als ich das damals recherchierte… und plötzlich ist die ganze „Schleckerei“ schon garnicht mehr so unangenehm und befremdlich- stimmt’s?

In diesem Sinne:  lass dich von deinem Schatz liebkosen, einfach so wie du es noch angenehm findest- das bestimmst ja du, ob er dir auch das ganze Gesicht abschlabbert, oder ob es nur bei den Händen bleibt
– und danach Hände waschen nicht vergessen!

Liebe Grüße,
Eure Gabi ❤️

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